Vogelgrippe - Gefahr für Wild-, Nutz- und Haustiere?
Wie groß ist die Gefahr, dass sich in Deutschland Wild- und Nutztiere infizieren?
Wild- und Nutztiere sind unterschiedlich stark gefährdet. Einheimische Wildvögel können von durchziehenden Zugvögeln infiziert werden. Auch fleischfressende Säugetiere können sich anstecken, wenn sie (verendete) infizierte Tiere fressen.
Wildlebende Tiere bilden jedoch ganz grundsätzlich ein natürliches Reservoir von allen möglichen Viren. Daher halten Experten es durchaus für möglich, dass H5N1 auch in Deutschland bereits seit längerer Zeit bei Wildvögeln existiert.
Für Nutz- und Wirtschaftsgeflügel besteht so lange kein Infektionsrisiko, wie Importverbote, Stallpflicht und entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden.
Warum werden nicht alle Nutzvögel gegen das Vogelgrippe-Virus geimpft?
In Südostasien sind einige Länder inzwischen dazu übergegangen, ihre Nutzvögelbestände gegen die Vogelgrippe zu impfen. Die Maßnahmen können dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Gleichzeitig erzeugt eine Impfung der Vögel neue Probleme: Zum einen hindert eine Impfung das Virus nicht daran, die Tiere zu infizieren. Die betroffenen Tiere scheiden zwar weniger Viren aus und sterben auch nicht mehr daran. Das Virus aber bleibt aktiv. Experten befürchten sogar, dass durch die Impfungen neue gefährliche Virenstämme entstehen könnten.
Ob in Deutschland das Nutzgeflügel vorbeugend geimpft werden sollte, wird noch diskutiert. Das Bundesverbraucherministerium sagt, dass eine Impfung parallel zu den konventionellen Quarantäne- und Sanierungsmaßnahmen in jenen Regionen sinnvoll sein könnte, in denen das Vogelgrippe-Virus auch unter Wirtschaftgeflügel grassiert. Dadurch könnte die Menge an zirkulierendem Virus verringert werden.
In seuchenfreien Regionen hingegen könnte die vorbeugende Impfung die Kontrolle der Epidemie sogar behindern. Der Grund: Mit den derzeit verfügbaren Impfstoffen und Diagnostiksystemen ist keine eindeutige Unterscheidung von geimpften und infizierten Tieren möglich. Aktuelle Informationen dazu auf den Seiten des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Besteht für Haustiere ein Infektionsrisiko?
Haustiere sind nicht gefährdet, so lange sie nicht mit Wildtieren in Kontakt kommen. In Südostasien sind Fälle bekannt geworden, bei denen Tiger in Zoos erkrankten, weil infiziertes Hühnerfleisch an sie verfüttert wurde.
Hunde, Katzen und Schweine können über diesen Weg theoretisch ebenfalls angesteckt werden. Bei Einhaltung entsprechender Entsorgungsvorschriften von verendeten infizierten Tieren und den bestehenden Importverboten für Geflügelprodukte, ist dieser Fall in Deutschland sehr unwahrscheinlich.
Pferde und Rinder gelten als resistent. Darüber hinaus sind alle pflanzenfressende Haustiere im Prinzip nicht gefährdet.
Auch für Hausvögel, die in Käfigen gehalten werden, besteht keine Gefahr.
Kann ich meine Haustiere noch frei herum laufen lassen?
Wenn Sie nicht in einem betroffenen Gebiet wohnen, brauchen Sie sich um Ihren Hund oder Ihre Katze keine Sorgen zu machen. Innerhalb von Sperrgebieten und Schutzzonen gehören Hunde jedoch prinzipiell an die Leine. Da Katzen im Freien schlecht zu kontrollieren sind und infizierte Vögel jagen und fressen könnten, sollten sie bis auf Weiteres besser im Haus bleiben.


