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Vogelgrippe - Eine Gefahr für den Menschen?





Wie groß ist derzeit die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Vogelgrippe-Virus anzustecken?


Vogelgrippe
Auch in Ländern, in denen das H5N1-Virus unter Haus- und Wirtschaftsgeflügel grassiert, haben sich bislang nur wenige Hundert Menschen infiziert. Es muss einen engen Kontakt geben, insbesondere mit dem Kot der Tiere. Fast alle betroffenen Menschen hatten entweder beruflich mit infiziertem Vögeln zu tun oder sie lebten auf engstem Raum mit ihnen zusammen.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht nachgewiesen.


Da in Deutschland das Haus- und Wirtschaftsgeflügel noch nicht befallen ist, besteht für Menschen praktisch keine Gefahr. Trotzdem sollte man sich fernhalten von
  • größeren Ansammlungen von Vögeln im Freien
  • verendeten Vögeln
  • illegal importierten Vögeln und Geflügelprodukten aller Art.



Kann ich Urlaub in den bisher betroffenen Gebieten machen?


Im Prinzip spricht nichts dagegen. Sperrgebiete werden aus tierseuchenrechtlichen Gründen eingerichtet. Geflügeltransporte, Transporte von Geflügelprodukten, Einstreu und Gülle dürfen deshalb nur mit behördlicher Genehmigung erfolgen. Menschen können sich ohne Einschränkungen bewegen. Spaziergänger sollten allerdings die abgesperrten Fundorte toter Vögel meiden und auch ihre Hunde nicht frei laufen lassen.



Kann ich mich durch die Nahrungsaufnahme mit dem Vogelgrippe-Virus infizieren?


Das Haus- und Wirtschaftsgeflügel ist in Deutschland noch nicht betroffen. Außerdem gilt ein Importverbot von Geflügel und Geflügelprodukten aus Ländern, in denen die Vogelgrippe grassiert. Von der Nahrungsaufnahme geht derzeit praktisch keine Gefahr aus. Ganz grundsätzlich sollten Geflügelfleisch und Eier jedoch immer gut gekocht oder durchgebraten werden.

Tieffrieren tötet das Virus nicht ab!

Ein Problem stellen illegal importierte Fleisch- und Geflügelprodukte dar. Wer rohe Eier oder ungenügend gegartes Fleisch infizierter Vögel verzehrt, riskiert, sich zu infizieren.



Sind Bio-Eier und Bio-Geflügel sicherer?


Nein. Für Bio-Geflügel besteht das gleiche Risiko wie für die Tiere aus konventioneller Haltung - vorausgesetzt, das (freilaufende) Geflügel befindet sich in einem schützenden Stall.



Kann ich mich in der freien Natur an wildlebenden Vögeln anstecken?


Da man in der Natur ganz allgemein nicht in engen Kontakt mit wildlebenden Vögeln kommt, ist dieser Fall sehr unwahrscheinlich. Ein gewisses Risiko besteht, wenn man verendete Tiere anfasst - was man tunlichst unterlassen sollte.
Auch vom Kot infizierter Vögel geht eine gewisse Gefahr aus. Getrocknet kann er sich an Staubpartikel heften und so in die Atemwege gelangen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich von Vogelansammlungen fern halten und an entsprechender Stelle unnötige Staubentwicklung vermeiden.



Welche Gefahr geht von Tauben und den Tieren im Zoo aus?


Auf Tauben ist das H5N1-Virus nur schwer übertragbar. Kommt es dennoch zu einer Infizierung, scheiden sie das Virus in nur sehr geringen Mengen aus. Von Tauben geht nach Expertenmeinung daher eine eher geringe Gefahr aus. Trotzdem sollte man sich derzeit lieber von ihnen fernhalten.
Da auch für die Vögel in deutschen Zoos Stallpflicht besteht, sind auch sie weitgehend vor einer Infektion geschützt. Somit ist ein Zoobesuch mit keinem besonderen Infektionsrisiko verbunden.



Kann ich Wildvögel wie Enten und Schwäne noch füttern?


Vogelgrippe
Auch ohne die Vogelgrippe gibt es viele Gründe, die dagegen sprechen, Enten und Schwäne zu füttern. Durch das Futter wird das Wasser kleinerer Gewässer schnell verschmutzt. Außerdem verlernen die Tiere, sich selbst um ihr Futter zu kümmern. Auch im Winter sollten die Vögel nur in langen Frost- und Schneeperioden gefüttert werden. Eine Infektionsgefahr von Tier zu Mensch, wie in Asien, ist in der derzeitigen Situation nicht gegeben bzw. schwer einzuschätzen.
Vögel scheiden jedoch mit ihrem Kot immer wieder verschiedene Erreger aus. Deshalb sollte man sich nach dem Kontakt mit Wildvögeln oder ihren Ausscheidungen gründlich die Hände waschen.



Darf mein Kind noch in Parks spielen?


Nach dem aktuellen Stand der Dinge besteht für Erwachsene und Kinder keine erhöhte Gefahr einer Infektion. Es gelten hier jedoch die gleichen Kriterien wie beim Füttern: Stark mit Vogelkot verunreinigte Stellen sind kein geeigneter Platz zum Spielen. Kommt es trotzdem zum Kontakt, ist Händewaschen Pflicht.



Sind Schwimmbäder und Badeseen sicher, wenn infizierter Vogelkot in sie hinein gerät?


Experten schätzen das davon ausgehende Risiko als gering ein. Die Virenmenge wird in einem größeren Gewässer gewöhnlich so stark verdünnt, dass sie für eine Infizierung von Menschen nicht mehr ausreichen dürfte. Erfahrungen in Südostasien zeigen, dass die Virenmenge für eine Infektion sehr groß sein muss.



Schützt die aktuelle Grippe-Impfung gegen die Vogelgrippe?


Die Vogelgrippe wird von einem besonderen Virus-Typ ausgelöst. Deshalb bietet die normale Grippe-Impfung keinen Schutz vor ihr. Diskutiert wird, ob eine Impfung gegen die menschliche Grippe zu einem milderen Krankheitsverlauf im Fall einer Infektion mit H5N1 beitragen könne. Doch dazu gibt es praktisch keine Erfahrungswerte.
Gleichwohl raten Experten allen zur Impfung, die engen Kontakt mit Wild- oder Nutzgeflügel haben oder in Länder reisen, in denen das Vogelgrippe-Virus grassiert. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, dass es nicht nur einer Vereinigung von H5N1 mit dem menschlichen Influenza-Virus kommen kann.


Gibt es wirksame Medikamente, mit denen eine Infektion mit dem derzeitigen Vogelgrippe-Virus behandelt werden könnte?


Die Medikamente Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir (Relenza) gelten gegen das aktuelle Vogelgrippe-Virus H5N1 als wirksam. Sie müssen innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden. Eine sichere Heilung versprechen sie jedoch nicht.
Auch weiß niemand, ob und wie schnell das Vogelgrippe-Virus Resistenzen gegen diese Medikamente entwickelt. Anfang 2007 haben Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO in Ägypten Mutationen des Vogelgrippe-Virus H5N1 entdeckt, die den Erreger möglicherweise resistent gegen das gängige Grippemittel Tamiflu machen. Blutproben zweier verstorbener Ägypter, die an dem für den Menschen gefährliche H5N1-Virus erkrankt waren, hatten nicht auf Tamiflu reagiert.
Außerdem hat man in Vietnam Erreger entdeckt, die vollkommen resistent gegen Tamiflu gewesen sind. Viren, die auf dieses Grippemedikament nicht ansprechen, können allerdings möglicherweise mit älteren antiviralen Grippemittel behandelt werden.
Experten warnen vor einem vorbeugenden und allzu freizügigen Einsatz von antiviralen Medikamenten. Nach Ansicht von Virologen kommt es immer wieder zu Einnahmefehlern und Unterdosierungen, was die Ausbildung von Resistenzen befördert.
Wichtig: Tamiflu und Relenza sind rezeptpflichtig und dürfen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Sie sollten nicht vorbeugend eingesetzt werden. Es besteht die Gefahr, dass die Medikamente im Fall einer tatsächlichen Infizierung nicht mehr ausreichend wirken.
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